AVATAR 2: THE WAY OF WATER

Filmkritik zum Film: AVATAR 2: THE WAY OF WATER

Bildgewaltig, phänomenal, spektakulär, die neueste 3D Technik – begeisterte Stimmen zum zweiten Teil der Science Fiction Saga „Avatar 2: The Way of Water“. In der Tat hat der kanadische Regisseur James Cameron, bekannt durch Filme wie „Titanic“ und „Terminator“, zusammen mit seinem Team aus Effekt-Spezialisten herausragende Bilderwelten erschaffen (obwohl Hollywood sich eigentlich von 3D als technische Innovation längst verabschiedet hat). 
 
Nach dreizehn Jahren kommt also der zweite Teil endlich in die Kinos, die Fortsetzung des damals erfolgreichsten Films der Kinogeschichte „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ Die aktuellen Zahlen zeigen, „AVATAR 2: THE WAY OF WATER“ ist bereits kurz nach dem Start ein Erfolg an den Kinokassen, weltweit spielte der Film bereits 435 Millionen Dollar ein. 
 
Die Geschichte ist einfach gestrickt. Die Na‘vi, die Bewohner des Mondes Pandora scheinen Frieden gefunden zu haben. Ex- Marine Jake Sully, inzwischen auch äußerlich ein Na‘vi und seine Partnerin Neytiri haben eine Familie gegründet. Doch schon bald müssen sie ihre Heimat verlassen. Die Menschen greifen wieder an, sie beabsichtigen, den fernen Mond Pandora zu kolonisieren, ihr Lebensraum, die Erde, liegt im Sterben. Zuflucht findet die Avatar Familie bei einem Stamm, der an der Küste von Pandora lebt, im völligem Einklang mit dem sie umgebenen Meer. 
 
Die Story bietet großartige visuelle Einblicke in eine fremde Welt. Wir folgen den blauen Avatar- Heldinnen und Helden in die fluoreszierende Unterwasserwelt. Wir schauen ihnen dabei zu, wie sie die faszinierende, artenreiche Vielfalt des Ozeans erkunden, auf Urzeitwesen durch das türkisblaue Meer streifen, fantastische Kreaturen bestaunen und mit Riesenfischen kommunizieren, die an Wale erinnern. 
 
Diese perfekte Illusion erreicht Cameron mit der konsequenten Weiterentwicklung der Tricktechnik und der digitalen Spezialeffekte. Dieses Mal drehten die Schauspielerinnen und Schauspieler, unter ihnen Sigourney Weaver, Zoe Saldana , Kate Winslet und Sam Worthington, in neun Meter tiefen Wassertanks. Die SchauspielerInnen mussten lernen, über mehrere Minuten die Luft anzuhalten Mit hochmodernen Motion-Capture-Kameras konnte die Mimik der menschlichen Darsteller unter Wasser genau eingefangen und dann später auf die blauen Na‘vi Figuren übertragen werden. So verwandelt sich die 71- jährige Sigourney Weaver in eine überzeugende, ausdrucksstarke Na‘vi Teenagerin. 
 
Das zentrale Thema des Films ist der unbedingte Zusammenhalt der Familie gegen Hindernisse und Gefahren. Die Familie als Bollwerk gegen alles Böse von außen, ein zentrales Motiv des US-Kinos. „Avatar 2“ greift aber auch soziale und politische Themen auf: Migration, der Kampf gegen die Umwelt, der Erhalt der Artenvielfalt, die drohende Zerstörung der Meere und ihrer Bewohner. Alles richtig und wichtig, wenn gleich ein wenig beiläufig und schlicht erzählt. 3 Stunden und 10 Minuten dauert das Werk, das zieht sich, besonders dann, wenn zugunsten faszinierender Bilder die Handlung ins Stocken gerät, gerade die zentralen Figuren hätten mehr Tiefe vertragen. Einige Handlungsstränge werden nur angerissenen, doch das ist Kalkül: die Fortsetzung folgt 2024 mit „Avatar 3“, der bereits abgedreht ist. Die Drehbücher für zwei weitere Teile haben Cameron und sein Ko-Autor Josh Friedman schon in der Schublade. 
 
Eins ist sicher, die Welt, wie Regisseur James Cameron sie hier kreiert, hat man so im Kino noch nicht gesehen, auch die rasanten Actionszenen sind beeindruckend. Über fünf Jahre währten die Dreharbeiten. Cameron wollte sich selbst toppen und das ist ihm gelungen. Der zweite Teil der Kino Saga über die blauen Wesen auf dem Mond Pandora ist technisch noch ausgefeilter, durch hyperrealistische Animationen noch detailreicher inszeniert und das Ergebnis ist faszinierend. Dagegen ist die Geschichte mit ihren gutgemeinten Botschaften eher konservativ erzählt und bietet wenig Überraschendes.
 
Originaltitel AVATAR 2: THE WAY OF WATER
Produktionsland USA 
Länge 193 Minuten 
Erscheinungsjahr 2022 
Regie James Cameron 
Drehbuch James Cameron, Josh Friedman 
Produktion James Cameron, Jon Landau 
Distributors Walt Disney Studios Motion Pictures (2022)

Meine Bewertung:

Bewertet mit 3.5 von 5

3,5/5

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